Infrarot-Paneele im Altbau – sinnvoll heizen mit Strom, Bauphysik & PV richtig gedacht
- artweb
- 15. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Steigende Energiepreise und der Wunsch nach einfachen Heizlösungen bringen Infrarot-Paneele immer häufiger ins Gespräch – besonders im Altbau.Doch sind sie wirklich effizient? Für wen lohnen sie sich? Und wie passen sie zu Bauphysik, Dämmung und Photovoltaik?
Dieser Artikel zeigt, wann Infrarot-Paneele sinnvoll sind – und wann nicht.
🔥 Was ist Infrarot-Heizung überhaupt?
Infrarot-Paneele erzeugen Strahlungswärme.Im Gegensatz zu klassischen Heizkörpern wird nicht primär die Luft erwärmt, sondern:
Wände
Möbel
Körper
Das Prinzip ähnelt der Sonne: Man fühlt sich warm, auch wenn die Lufttemperatur niedriger ist.
🧱 Warum Infrarot gerade im Altbau interessant sein kann
Altbauten haben oft:
massive Außenwände
träge Bauteile
hohe Speicherfähigkeit
Genau hier spielt Strahlungswärme ihre Stärke aus:
Vorteile im Altbau:
✔ schnelle Wärmeempfindung
✔ trocknet Wandoberflächen (Schimmelschutz)
✔ kaum Luftbewegung (gut für Allergiker)
✔ einfache Nachrüstung (kein Rohrsystem)
✔ raumweise steuerbar
👉 Besonders sinnvoll in wenig genutzten Räumen, Büros, Bädern oder sanierten Teilbereichen.
⚠️ Der häufigste Irrtum: „Infrarot ist automatisch effizient“
Infrarot-Paneele sind 100 % effizient in der Umwandlung von Strom zu Wärme –aber Strom ist teuer.
👉 Entscheidend ist daher nicht die Heizung allein, sondern das Gesamtsystem:
Dämmstandard
Raumklima
Heizstrategie
Eigenstrom (PV!)
Ohne diese Faktoren kann Infrarot teurer sein als andere Systeme.
🧩 Infrarot & Bauphysik – das unterschätzte Zusammenspiel
Infrarot funktioniert besonders gut, wenn:
die Wandoberflächen nicht eiskalt sind
Feuchtigkeit abgeführt werden kann
diffusionsoffene Materialien verwendet werden
Warme Wandoberflächen bedeuten:
weniger Kondensation
geringeres Schimmelrisiko
höheres Behaglichkeitsempfinden
🧱 Ohne Dämmung? Nur eingeschränkt sinnvoll
In schlecht gedämmten Altbauten mit kalten Außenwänden gilt:
❌ hoher Stromverbrauch
❌ schnelle Auskühlung
❌ geringe Effizienz
Infrarot ≠ Ersatz für Dämmung
👉 Besonders sinnvoll ist die Kombination mit Innendämmung aus kapillaraktiven Materialien.
☀️ Infrarot + Photovoltaik = sinnvoller Einsatz von Eigenstrom
Der größte Hebel für Wirtschaftlichkeit ist PV-Eigenstrom.
Infrarot-Paneele eignen sich sehr gut für:
tageweisen Betrieb
gezielte Raumheizung
Nutzung von Überschussstrom
Gerade in Kombination mit Speichern oder intelligentem Energiemanagement entsteht ein stimmiges System.
➡️ Zukunft: E-Auto als Speicher fürs Haus – so funktioniert’s
👉 Infrarot kann überschüssigen PV-Strom direkt in Wohnkomfort umwandeln.
🏠 Für wen sind Infrarot-Paneele besonders geeignet?
✅ Sehr sinnvoll bei:
sanierten Altbauten
guter bis mittlerer Dämmung
PV-Anlage vorhanden oder geplant
Teilheizung einzelner Räume
Ferienwohnungen / Homeoffice
❌ Weniger sinnvoll bei:
komplett unsanierten Gebäuden
hohem Dauerheizbedarf
fehlender Dämmstrategie
reinem Netzstrombetrieb
🔄 Vergleich: Infrarot vs. klassische Systeme
Kriterium | Infrarot | Konventionell |
Investitionskosten | niedrig | mittel–hoch |
Betriebskosten | stromabhängig | abhängig vom Energieträger |
Nachrüstung | sehr einfach | aufwendig |
Strahlungswärme | sehr hoch | gering |
Kombi mit PV | ideal | eingeschränkt |
➡️ Ergänzend: Altbau effizient heizen – günstige Maßnahmen
🧠 Fazit: Infrarot ist kein Allheilmittel – aber ein starkes Werkzeug
Infrarot-Paneele sind keine universelle Lösung, aber:
✔ hervorragend für Teilbereiche
✔ ideal mit PV-Strom
✔ bauphysikalisch sinnvoll bei warmen Wandoberflächen
✔ schnell, flexibel, wartungsfrei
Richtig geplant, ergänzen sie moderne Altbau-Sanierungen sehr gut – vor allem dort, wo klassische Systeme an Grenzen stoßen.



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