Heizen im Altbau: Welche Heizsysteme wirklich sinnvoll sind
- artweb
- 9. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Altbauten stellen besondere Anforderungen an Heizsysteme. Hohe Räume, massive Außenwände und oft fehlende Dämmung machen pauschale Empfehlungen schwierig. Während moderne Neubauten fast ausschließlich mit Niedertemperaturheizungen arbeiten, braucht es im Altbau eine differenzierte Betrachtung. Dieser Beitrag zeigt, welche Heizsysteme im Altbau wirklich sinnvoll sind – und wovon man besser die Finger lässt.
Warum Heizen im Altbau anders funktioniert
Im Altbau treffen oft mehrere Faktoren zusammen:
höhere Heizlast
trägere Bauteile
ungleichmäßige Wärmeverteilung
teilweise Feuchteprobleme
Deshalb muss das Heizsystem immer zur Bauphysik des Gebäudes passen – nicht umgekehrt.
➡️ Passend dazu: Wärmedämmung im Altbau – nachhaltig & diffusionsoffen planen
Gasheizung im Altbau – noch sinnvoll?
Vorteile:
bewährte Technik
geringe Investitionskosten
hohe Vorlauftemperaturen möglich
Nachteile:
steigende Betriebskosten
CO₂-Abgaben
langfristig keine zukunftssichere Lösung
➡️ Gas kann kurzfristig funktionieren, ist aber selten eine nachhaltige Endlösung.
Wärmepumpe im Altbau – möglich oder Mythos?
Entgegen vieler Vorurteile sind Wärmepumpen auch im Altbau einsetzbar – wenn die Voraussetzungen stimmen.
Geeignet, wenn:
Dämmung verbessert wurde
Fenster saniert sind
große Heizflächen vorhanden sind
Achtung: Ohne begleitende Maßnahmen drohen hohe Stromkosten.
Hybridheizungen – der pragmatische Mittelweg
Hybridlösungen kombinieren z.B.:
Wärmepumpe + Gas
Wärmepumpe + Pellet
Wärmepumpe + Solarthermie
Vorteil:
flexible Nutzung
geringere Umbaukosten
ideal für schrittweise Sanierung
Gerade im Altbau oft eine realistische Übergangslösung.
Zusammenspiel mit Lüften & Feuchte
Ein neues Heizsystem beeinflusst immer auch das Raumklima.Zu warme Oberflächen + falsches Lüften = Kondensat.
Welche Heizlösung passt zu welchem Altbau?
Gebäudetyp | Empfehlung |
unsanierter Altbau | Hybrid oder optimierte Gaslösung |
teilgedämmt | Hybrid oder Wärmepumpe |
gut saniert | Wärmepumpe |
Denkmalschutz | individuelle Einzellösung |
Fazit
Die „beste“ Heizung für den Altbau gibt es nicht. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Dämmung, Fenstern, Lüftung und Heiztechnik. Wer schrittweise saniert und bauphysikalisch plant, spart langfristig Kosten und vermeidet Schäden.



Kommentare